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An die Folgen des Klimawandels anpassen
Der Klimawandel betrifft uns alle: Hitze, Dürreperioden und Feuergefahr im Sommer. Überflutungen durch Starkregen können ganzjährig auftreten. Durch den Klimawandel nehmen Extremwetterereignisse zu. Diesen Herausforderungen stellt sich die Stadt Marburg.
Was Klimaanpassung bedeutet
Das Klima auf der ganzen Welt ändert sich. Damit verändern sich auch die Lebensbedingungen der Menschen in Deutschland. Fachleute sind sich einig: Gelingt es nicht, die globale Klimaänderung in Schranken zu halten, müssen wir mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft rechnen. Die ersten Auswirkungen in Form von Hitze, Dürren, Feuergefahr und extremen Regenereignissen sind bereits jetzt spürbar.
Bei der Klimaanpassung geht es darum, unsere Gefährdung durch diese Folgen des Klimawandels zu verringern, beispielsweise durch Hitzeschutz und Starkregenvorsorge. Eine Anpassung kann die Gefährdung jedoch nur verringern. Sie kann sie nicht komplett eliminieren.
Deshalb ist es wichtig, dass weiterhin Klimaschutzmaßnahmen vorangebracht werden. Das heißt, der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen muss verringert werden. Dies erreichen wir, indem wir unseren Energieverbrauch verringern und auf erneuerbare Energien umsteigen.
Das Handlungskonzept Klimaanpassung
Die Stadt Marburg hat ein Klimaanpassungskonzept inklusive einem Handlungskonzept beauftragt. Im Herbst 2022 wurde das Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels fertig gestellt. Dieses gilt es nun umzusetzen.
Im November 2021 fand eine Fach- und Informationsveranstaltung zur Vorstellung des Zwischenstandes statt, in der das Gutachterteam den damals vorliegenden Zwischenstand – die Grundlagenerhebungen und -Modulationen zu den beiden Themenschwerpunkten Stadtklimaanalyse und Starkregenanalyse – vorstellte. Die Veranstaltung wurde per Live Stream durchgeführt und wurde aufgezeichnet.
© Universitätsstadt Marburg
Im November 2022 wurden die Ergebnisse zu den beiden Themenschwerpunkten Stadtklimaanalyse und Starkregenanalyse sowie das Handlungskonzept Klimaanpassung für Marburg von dem Gutachterteam bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Diese wurde per Live Stream durchgeführt und aufgezeichnet.
Kern des Anpassungskonzepts ist eine Karte, die darstellt, welche Stadtteile besonders stark von Hitze betroffen sind. Sie zeigt auch, welche Freiflächen erhalten werden sollten, da in diesen kalte Luft entsteht, die nachts durch die Stadt fließt und sie abkühlt. Die Karte zeigt auch, welche Stadtteile besonders von Überflutungen durch Starkregenereignisse bedroht sind. Das Konzept listet eine Reihe von Maßnahmen auf, die diese Risiken mindern und somit die Auswirkungen des Klimawandels in Marburg verringern können.
Was Sie selbst tun können
Anpassung an die Folgen des Klimawandels bedeutet vor allem Hitzevorsorge und Starkregenvorsorge.
Die aus der Stadtklimaanalyse und Niederschlags-Abfluss Simulation entstandenen Karten stehen im Geoportal Marburg in Karten zur Verfügung. Hier können Interessierte nachsehen, wie sehr die eigene Nachbarschaft, die Schule oder der Arbeitsplatz von Hitze und Starkregen betroffen ist.
Wer ein passendes Haus- oder Garagendach hat, kann dieses begrünen. Eine Begrünung hat viele Vorteile: Sie hält Regenwasser zurück, bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere, dämmt das Dach, speichert etwas CO2 und sieht zudem auch noch gut aus. Dafür gibt es einen Zuschuss von der Stadt Marburg.
Übrigens: Im Stadtgebiet gibt es mehrere Brunnen, an denen sich die Menschen in Marburg kostenlos mit Trinkwasser versorgen können: Weitere Informationen und die Standorte der Trinkwasserbrunnen.
An die Folgen des Klimawandels anpassen
Im Bereich Hitze werden zum Beispiel folgende Instrumente umgesetzt:
- Die Schaffung von schattigen Plätzen oder die Installation von Wasserspielen zur Abkühlung
- Die Begrünung der Stadt durch das Pflanzen von Bäumen und die Entsiegelung von Flächen.
- Bewerbung der Trinkwasserbrunnen und anderen Orte, an denen Flaschen mit Trinkwasser aufgefüllt werden können,
- die Entsiegelung von Flächen
- die (finanzielle) Unterstützung von Bürger*innen bei der Dachbegrünung
- die Anlage von Teichen im Stadtgebiet
Die Stadt Marburg und die Marburger Stadtwerke sind bereits aktiv, die starkregenbedingten Überflutungsgefahren in der Stadt zu reduzieren. Hierzu dienen folgende Werkzeuge:
- Flächenentsiegelung und das Anlegen von Versickerungsmulden steigern die Versickerung
- Förderung der Dachbegrünung
- Die Renaturierung von Abschnitten der Lahn und anderer Nebengewässer.
Alle diese Instrumente verfolgen das Ziel, den Niederschlagsabfluss zu reduzieren, das Regenwasser möglichst vor Ort zu bewirtschaften und Überflutungen zu vermeiden. Wasser, das vor Ort versickert oder zurückgehalten wird, fließt nicht bergab oder in den Kanal. Das vermindert Überflutungen durch Starkregen.
Infos und Ratgeber für Bürger*innen
Zum Schutz der Bevölkerung ergreift das Bundesumweltministerium zusammen mit anderen Ministerien wichtige Maßnahmen, um sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. In diesem Rahmen wurden auch ein Ratgeber erstellt: Ratgeber zur gesundheitlichen Vorsorge im Klimawandel
Überflutungen können die elementare Haustechnik (Heizung, Elektrik und Elektronik) schädigen oder zerstören und Stürme die Gebäudehülle (Dach, Fassade) bedrohen. Zusätzlich zu Schäden durch Extremwetterereignisse führen hohe Sommertemperaturen zu einer Aufheizung der Innenräume, die die Arbeits- und Lebensqualität beeinträchtigt. Anpassungsmaßnahmen im Gebäude- und Außenbereich sind daher notwendig. Beispiele, wie dies umgesetzt werden kann, finden Interessierte in einem Leitfaden: Leitfaden Praxisratgeber Klimagerechtes Bauen
Unwetter mit Starkregen und Sturzfluten haben in den letzten Jahren große Schäden an Gebäuden und Bauwerken verursacht. Die Praxishilfe unterstützt Hauseigentümer*innen dabei, die von Starkregen ausgehenden Gefahren für die eigene Immobilie besser einzuschätzen und durch bauliche Maßnahmen zu minimieren. Die Checklisten der Broschüre zeigen, welche Gebäudeteile bei Starkregen besonders gefährdet sind. Zudem werden Maßnahmen vorgestellt, mit denen sich Hausbesitzer gegen eindringendes Wasser schützen können. Neben Empfehlungen gibt die Praxishilfe auch Hinweise zum richtigen Verhalten, sollten Sturzfluten trotz aller Schutzmaßnahmen einmal Keller oder Erdgeschoss treffen: Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge
Ansprechperson
| Wiebke Smeulders | |
| Amt / Bereich Fachdienst 69.3 - Klimaschutz Stadtverwaltung Software-Center 5 A 35037 Marburg Telefon: 06421 201-6981 E-Mail: Klimaschutz@marburg-stadt.deE-Mail: Wiebke.Smeulders@marburg-stadt.de Aufgaben: | |
Organisationseinheit
| Fachdienst 69 - Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handel | |
| Software-Center 5 A 35037 Marburg Telefon: +49 6421 201-6999 E-Mail: klimaschutz@marburg-stadt.de | Montag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung |
